Comdirect-CEO Arno Walter gibt Abschied bekannt

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+ Zum neuen Jahr: Wechsel zur Commerzbank
+ Frauke Hegemann übernimmt CEO-Posten
+ Verschmelzung mit Commerzbank weiter geplant

Es sind turbulente Zeiten für die Comdirect AG. Nach dem vorerst gescheiterten Versuch eines geordneten Squeeze-outs gegen die Minderheitsaktionäre gab der Vorstandsvorsitzende der Comdirect, Arno Walter, heute seinen baldigen Abgang bekannt.

Wechsel zur Commerzbank im neuen Jahr
So plant Arno Walter einer heute veröffentlichten Unternehmensmitteilung zufolge den Wechsel zur Comdirect-Muttergesellschaft Commerzbank AG. Sein Mandat als Vorstandsvorsitzender der Comdirect legt Walter daher zum Ende dieses Jahres nieder. Bei der Commerzbank wird Walter demnach künftig für Unternehmens-, sowie für wohlhabende Privatkunden zuständig sein. Darüberhinaus wird Arno Walter sich auch für die anstehende Integration der Comdirect in die Commerzbank AG zuständig zeichnen.

Für Walter übernimmt die bisherige Comdirect-Personalvorständin Frauke Hegemann den Chefsessel in Quickborn. Sie ist bereits seit April 2018 Generalbevollmächtigte des Unternehmens und sitzt seit 2019 im Vorstand der Comdirect. Dass Hegemann längerfristig den neuen CEO-Posten innehaben wird, darf angesichts der aktuellen Verschmelzungspläne jedoch durchaus bezweifelt werden. Vielmehr dürfte Hegemanns künftige Aufgabe in erster Linie darin bestehen, die geplante Übernahme so schnell und effizient wie möglich über die Bühne zu bringen.

Commerzbank peilt weiterhin Komplettübernahme an
Bekanntermaßen hat die Frankfurter Commerzbank AG die Komplettübernahme ihrer Quickborner Online-Tochter Comdirect noch lange nicht abgehakt. Nach dem gescheiterten Versuch eines klassischen Squeeze-outs nach § 327a, Absatz 1 AktG, soll es nun der Verschmelzungs-Squeeze-out richten. Dieser unterliegt § 62ff Umwandlungsgesetz (UmwG). Hierfür sind lediglich 90% der Aktien anstelle der 95%-Schwelle bei einem klassischen Squeeze-out erforderlich.

Selbst für den Fall, dass die Commerzbank auch die erforderlichen 90% der Aktien nicht zusammengekratzt bekommt – wonach es derzeit auch nicht aussieht – bietet sich theoretisch auch die Möglichkeit einer sogenannten Zwangsverschmelzung. Hierfür benötigt die Commerzbank dann nur noch 75% der Comdirect-Aktien – ein Kriterium, welches das Frankfurter Bankhaus längst erfüllt! Unter Experten gilt es jedoch als unwahrscheinlich, dass die Commerzbank tatsächlich zu diesem Mittel greift, da die Zwangsverschmelzung nicht zuletzt auch mit einem nicht ganz unerheblichen Aufwand verbunden ist.

So oder so steht die konkrete Zukunft der Comdirect Bank AG auf dem Börsenparkett und abseits davon momentan in den Sternen.

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