Kurznachrichten KW 17/2019

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Behandelte Unternehmen:
Drägerwerk, Freenet, Hypoport, Joh. Friedrich Behrens, SLM Solutions

Die Themen:
+ Dräger: Halteempfehlung von Warburg und NordLB
+ Freenet: Leerverkäufer werden aktiver
+ Weiter Kritik an der 5G-Versteigerung
+ Hypoport mit Schnittstelle zu den Volksbanken
+ Joh. Friedrich Behrens AG mit neuem Gläubiger
+ H&A gibt SLM Solutions weiter zum Abschuss frei

Dräger: Halteempfehlung von Warburg und NordLB
Das Analysehaus Warburg Research hat sich in der vergangenen Woche die Aktie des Drägerwerks vorgenommen und spricht nach wie vor eine Halteempfehlung aus. Das Kursziel verblieb bei 49,- Euro. Laut Analyst Eggert Kuls habe das Drägerwerk die Erwartungen im ersten Quartal erfüllt und der freie Mittelzufluss hätte sich erhöht. Damit steige die Zuversicht, dass das Lübecker Unternehmen seine Jahresziele erreichen könne.
Auch die NordLB hat sich das Drägerwerk nach den endgültigen Q1-Zahlen etwas genauer angeschaut. Auch dort lautet die Empfehlung „Halten“ mit einem unveränderten Kursziel von 45,- Euro. Analyst Holger Fechner ist der Ansicht, dass sich das Drägerwerk weiterhin in einer Konsolidierungsphase befindet.
Unterdessen hat das Drägerwerk in einer Pressemitteilung eine Atemmaske als neues Produkt für die Sicherheitstechnik-Sparte vorgestellt. Diese besitzt alle bei Dräger üblichen Schikanen in Sachen Komfort und Filterleistung.

Freenet: Leerverkäufer werden aktiver
Trotz steigendem Aktienkurs bekommt die Freenet AG kurz vor der Hauptversammlung keine Ruhe von den Leerverkäufern. Auch in der vergangenen Woche haben gleich zwei Unternehmen erneut zugeschlagen. So hat zum einen die WorldQuant LLC aus Delaware/USA ihre Netto-Leerverkaufsposition von 0,45% auf jetzt 0,50% aufgestockt. Doch auch BlackRock war wieder aktiv. Von 0,94% leerverkaufter Aktien ging es hoch auf nun 1,05%. Beide Daten gehen aus dem Bundesanzeiger hervor.

BlackRock ist mit einem Anteil von 6,40% zugleich auch Freenets zweitgrößter Aktionär. Da die gemeldeten Netto-Leerverkaufspositionen jedoch um Long-Positionen, wie beispielsweise einem gleichzeitig gehaltenen Aktienbestand bereinigt werden, ist davon auszugehen, dass BlackRock zum Einen 6,40% der Freenet-Aktien besitzt, zum Anderen jedoch auch 7,45% davon leerverkauft hat. Dies ergibt im Saldo jene Netto-Leerverkaufsposition in Höhe von 1,05%. Insgesamt sind nach Daten von Aktiencheck.de derzeit 3,88% leerverkaufter Freenet-Aktien öffentlich bekannt.

Weiter Kritik an der 5G-Versteigerung
Die Kritik an der 5G-Versteigerung reißt nicht ab. Angesichts der immer weiter steigenden Versteigerungsgebote befürchten Experten zunehmend, dass die beteiligten Unternehmen am Ende nicht mehr genügend Geld für den eigentlichen Netzausbau haben werden. Durch die überraschende Versteigerungsteilnahme von 1&1 Drillisch sind die derzeitigen Gebote höher gestiegen als zuvor erwartet. Zuletzt ging es jedoch nur noch sehr langsam weiter aufwärts. In der vergangenen Woche stieg der Gesamterlös der Auktion nur noch um rund 200 Mio. auf nun knapp 5,6 Mrd. Euro.
Die Freenet AG ist im Gegensatz zu Telekom, Vodafone, Telefonica und Drillisch nicht am 5G-Verfahren beteiligt. Angesichts der immer weiter steigenden Gebote sprechen nicht wenige Marktteilnehmer inzwischen sogar von Freenet als dem großen Gewinner der Auktion. Dies wird sich jedoch nur dann auch dauerhaft bestätigen lassen, wenn Freenet künftig auch ohne Diensteanbieterverpflichtung Zugriff auf das 5G-Netz der Konkurrenz erhält.

Hypoport mit Schnittstelle zu den Volksbanken
Die Hypoport AG, welche derzeit noch in Berlin residiert, hat in der vergangenen Woche vermeldet, dass es gelungen sei, eine neue IT-Schnittstelle zu implementieren. So habe die unternehmenseigene BAUFINEX GmbH eine Schnittstelle zum IT-System der genossenschaftlichen FinanzGruppe geschaffen. Durch diese sollen Antragsunterlagen und Dokumente auch in das Netz der Volks- und Raiffeisenbanken gelangen, wodurch die Vermittler der Hypoport AG einen noch weitergehenden Zugriff auf den deutschen Kreditmarkt erhalten.

Joh. Friedrich Behrens AG mit neuem Gläubiger
Die Düsseldorfer KFM Deutsche Mittelstand AG hat in der abgelaufenen Woche in einer Pressemitteilung bekanntgegeben, die Mittelstandsanleihe der Joh. Friedrich Behrens AG in ihr Portfolio aufgenommen zu haben. Über die Absichten des Unternehmens, wie auch über die gekaufte Menge wurde nichts bekannt. Einziger Hinweis: In den letzten Monaten wurden immer mal wieder einzelne Transaktionen gemeldet, die sich im fünfstelligen Bereich bewegten, jedoch nie über 100.000 Euro hinausgingen. Die Anleihe wird mit 7,75% verzinst.

H&A gibt SLM Solutions weiter zum Abschuss frei
Das traditionsreiche Analysehaus Hauck & Aufhäuser hat sich in der vergangenen Woche die Aktie des 3D-Druckmaschinen-Herstellers SLM Solutions angesehen. Doch trotz der jüngsten Kurssteigerung glaubt man dort offenbar nicht an eine goldene Zukunft des Unternehmens. Die Empfehlung blieb mit „Sell“ ebenso unverändert wie das Kursziel: 3,- Euro.
Laut Analyst Carlos Becke wachse der metallische 3D-Drucker-Markt zwar dynamisch, doch SLM Solutions schaffe es schon seit 2016 nicht mehr, dieses Wachstum mitzugehen. In dem Marktstart des US-Konkurrenten Stratasys sieht Becke zudem eine große Bedrohung für das Lübecker Unternehmen.


Ausblick auf die neue Woche
Am Dienstag veröffentlicht die Joh. Friedrich Behrens AG ihren Geschäftsbericht für 2018. Es sind keine Vorab-Zahlen bekannt. Es wird also spannend. Am gleichen Tag veröffentlicht die Comdirect ihre Zahlen für das erste Quartal 2019.

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