Comdirect mit starken 2018er Zahlen

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+ Programm zur Kundengewinnung kostet viel Geld
+ Konzernergebnis deutlich unter Vorjahr
+ Aktienkurs geht gefestigt aus dem Handel

Am heutigen Mittwoch hat die Comdirect Bank AG die Aktionäre über die vorläufigen Geschäftszahlen für das Jahr 2018 informiert. Trotz einigen Rückgängen gegenüber dem Vorjahr können sich die Zahlen dennoch gut sehen lassen. Auf der Kostenseite gibt es für die Anleger jedoch auch die prognostizierten Giftpillen zu schlucken.

Neue Kunden kosten Geld
So fallen auf der Kostenseite vor allem deutlich gestiegene Verwaltungsaufwendungen ins Auge, welche sich im Vergleich zum Vorjahr um rund 40 Mio. Euro oder 17% auf 280 Mio. Euro erhöht haben. Diese hohen Kosten gehen neben der onvista-Integration vor allem auf das Kundengewinnungsprogramm und dem Neukundenbonus der Comdirect zurück. So arbeiten die Quickborner nach wie vor daran, ihre Kundenzahlen deutlich zu steigern und das Geschäftsmodell auch auf andere Finanzdienstleistungen auszuweiten.

Dieses Programm zeigt offenbar bereits Wirkung. So konnte die Anzahl der Kunden der Comdirect im abgelaufenen Jahr um 10% auf 2,52 Mio. Kunden erhöht werden. Damit hat sich der Kundenzuwachs aus dem Vorjahr sogar noch weiter beschleunigt – zumindest wenn man nur das organische Wachstum betrachtet und demnach die 2017er Akquisition onvista herausrechnet. Neben Zuwächsen auch bei der Zahl der verwalteten Konten und Depots mussten einzig beim Einlage-, bzw. Depotvolumen Rückgänge verzeichnet werden. Diese gehen vor allem auf die schlechte Entwicklung an den Börsen 2018 zurück.

Jahresergebnis deutlich schwächer als 2017
Auch beim Jahresergebnis schlagen die höheren Kosten für die Kundengewinnung heftig zubuche. So sank das Vorsteuerergebnis aus fortgesetzten Aktivitäten – also ohne die 2018 verkaufte Tochter ebase GmbH – um satte 32,7% auf 54,7 Mio. Euro. Inklusive der ebase ergibt sich immerhin ein Vorsteuerergebnis in Höhe von 70,7 Mio. Euro, was jedoch immernoch einem Minus gegenüber dem Vorjahr von 25,4% entspricht.

Hierunter leidet natürlich auch das Konzernjahresergebnis. Mit einem Gesamtüberschuss von 50,4 Mio. Euro steht auch dort ein Minus von 29,6% zubuche. Doch all das muss kein Drama sein, denn die Comdirect erreicht damit ihre selbstgesteckte Guidance für 2018 und legt so den Grundstein für deutlich ansteigende Gewinne in den Folgejahren.

Die Dividende des Unternehmens soll auch 2019 bei 25 Cent pro Anteilsschein bleiben. Die Ausschüttungsquote steigt damit von 49% auf 70%. Der einbehaltene Gewinnanteil soll für die weitere Finanzierung des künftigen Wachstums sorgen.

ebase-Verkauf noch nicht abgeschlossen
Ursprünglich ging die Comdirect AG unter dem Strich zwar von einem höheren Jahresgewinn aus, dies galt jedoch nur für den Fall, dass man den Verkauf der ebase GmbH wie bisher angepeilt noch in 2018 abschließen könne. Dies ist nun offenbar nicht gelungen. Als neues Ziel wird nun ein Abschluss des Verkaufes bis Mitte 2019 genannt.

Dass sich der Verkauf so stark in die Länge zieht, liegt offenbar nicht an der Comdirect oder dem Käufer, der FNZ-Gruppe, sondern vielmehr an noch ausstehenden Genehmigungen der Aufsichtsbehörden. So muss jeder Verkauf in der Bankenbranche von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin genehmigt werden. Dies ergibt sich unter anderem aus der erforderlichen „Persönlichen Eignung“ von Bank-Eigentümern gemäß Kreditwesen-Gesetz (KWG).

Comdirect-CEO Arno Walter hatte diesbezüglich jüngst verlautbart, sowohl die Comdirect als auch die FNZ-Gruppe hätten ihre Hausaufgaben gemacht. Alle erforderlichen Unterlagen lägen unlängst bei der BaFin zur Prüfung vor. Man warte lediglich noch auf grünes Licht von dort.

Bisher kein Ausblick auf 2019
Anders als das Drägerwerk verzichtet die Comdirect darauf, bereits jetzt einen Ausblick auf das neue Geschäftsjahr zu geben. Dieser wird dann vermutlich am 26.03.2019 zusammen mit den restlichen, testierten Jahreszahlen folgen.

Ansonsten gab es in der Meldung noch einige kleinere Neuigkeiten bezüglich der Comdirect. So soll es bald die Möglichkeit geben, Wertpapiere per Chat zu ordern. Auch eine Kooperation mit dem Hamburger Sportverein wurde geschlossen. Mehr dazu erfahren Sie in den kommenden Kurznachrichten zur fünften Kalenderwoche.

Aktienkurs steigt leicht
An der Börse werden die Zahlen offenbar überwiegend freundlich aufgenommen. Die Comdirect-Papiere steigen um 0,4% auf gut 10,- Euro bei einem ansonsten leicht fallenden Gesamtmarkt, der heute vor allem durch einen möglichen Wirecard-Skandal geprägt wurde.


Quellen & Links:
– Ad-hoc-Meldung der Comdirect
– Videobotschaft an Kunden und Aktionäre – Youtube

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