Kurznachrichten KW 16/2019

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Behandelte Unternehmen:
Comdirect, Drägerwerk, Freenet, Nynomic

Die Themen:
+ Comdirect laut „Euro“ Deutschlands beste Bank
+ Neue Empfehlungen für das Drägerwerk
+ Freenet nutzt ab sofort das Vodafone-Netz
+ Waipu.tv sendet ab sofort auch BILD-Inhalte
+ UBS empfiehlt Freenet-Aktien zu halten
+ Nynomic: AR-Vorsitzender kauft eigene Aktien

Comdirect laut „Euro“ Deutschlands beste Bank
Das Finanzmagazin Euro hat mal wieder 33 deutsche Banken getestet und darunter einen Gewinner zu „Deutschlands bester Bank“ gekürt. Wie bereits im Vorjahr konnte sich auch 2019 die Comdirect durchsetzen. Darüber informiert das Unternehmen auf seiner Internetseite. Die Euro-Experten loben besonders den Service und die gute Erreichbarkeit der Comdirect.
Dies ist insofern bemerkenswert, als dass es gerade in Sachen Erreichbarkeit in der Vergangenheit immer wieder auch Kritik von Comdirect-Kunden gab. Demnach stünden die Online-Portale aufgrund von Wartungsarbeiten oder technischen Problemen immer mal wieder nicht zur Verfügung. An dem Test waren offenbar auch 115.000 Kunden beteiligt. Neben Deutschlands bester Bank ist die Comdirect laut Euro zudem auch der beste Broker, die beste Direktbank und bietet die besten Kreditkartenkonditionen an.

Neue Empfehlungen für das Drägerwerk
Nach der Veröffentlichung vorläufiger Geschäftszahlen für das erste Quartal in der vergangenen Woche haben zahlreiche Analysten ihre Empfehlungen für das Drägerwerk angepasst. Ein Überblick:

HSBC
Empfehlung: „Hold“ (zuvor: „Reduce“)
Kursziel: 44,- Euro (zuvor: 40,- Euro)
Kommentar: Talsohle ist durchschritten. Weitere Geschäftsentwicklung schwer vorherzusagen. Es drohen Sonderkosten und struktureller Gegenwind. Potenzial neuer Produkte und Restrukturierungsprogramm könnten die Stimmung aufhellen.

Warburg Research
Empfehlung: „Hold“ (unverändert)
Kursziel: 49,- Euro (unverändert)
Kommentar: Zahlen für das erste Quartal zweifellos besser als die Vergleichszahlen aus dem Vorjahr. Positiver Markttrend, der Auftrieb für 2020 geben könnte.

Independent Research
Empfehlung: „Verkaufen“
Kursziel: 44,- Euro (unverändert)
Kommentar: Deutlich gestiegener Umsatz, Vergleichszahlen jedoch durch Lieferverzögerungen auch extrem schwach. Auftragsplus positiv. Dräger jedoch nach wie vor margenschwach. Gestiegene Funktionskosten wirken belastend. Beibehaltung der Jahresprognose deutet auf ein schwaches zweites Quartal hin.

EQUI.TS
Empfehlung: „Halten“ (unverändert)
Kursziel: – Fehlanzeige –
Kommentar: Wie Aktiencheck.de berichtet: Steigerung in Q1 durch schwaches erstes Vergleichsquartal 2018 und Forex-Rückenwind geprägt. Unsicherheiten bleiben intakt. Positive Wende derzeit nicht abzusehen. 2019 bleibt Übergangsjahr mit schwacher Profitabilität.

Freenet nutzt ab sofort das Vodafone-Netz
Der Freenet AG ist es in Verhandlungen offenbar gelungen, Zugriff auf das Mobilfunknetz von Vodafone in 4G-Qualität zu bekommen. Dies geht aus einem Bericht von golem.de hervor. Demnach biete die Büdelsdorfer Gesellschaft ab sofort Verträge für das D2-Netz mit LTE-Technologie an. Dies sei auch nötig gewesen, deutet Freenet, da sich durch laufende Abschaltungen im 3G-Netz („UMTS“) immer mehr Funklöcher ergeben würden, die sich nur durch ein Umstellen auf die neue Technologie schließen ließen. Über eine Dauer der Übereinkunft wurde nichts bekannt.
Über das Netz der Telefonica wäre die Freenet AG theoretisch noch bis 2025 mit 4G versorgt. Die Vereinbarung mit den Serviceprovidern war damals eine der Bedingungen für die Übernahme von E-Plus durch Telefonica. Die Diensteanbieterverpflichtung für UMTS läuft hingegen bereits 2020 aus. Wie teltarif.de zudem berichtet, plant Freenet künftig Mobilfunkverträge für alle Netze anzubieten. Dazu zählt man offenbar auch das womöglich noch kommende vierte Netz von 1&1 Drillisch.

waipu.tv sendet ab sofort auch BILD-Inhalte
Freenets IPTV-Tochter waipu geht eine Kooperation mit dem Axel Springer-Verlag ein. Demnach sollen eigenproduzierte Video-Inhalte unter dem Label der BILD-Zeitung ab sofort auf waipu verfügbar sein. Darunter fallen unter anderen der Polittalk „Die richtigen Fragen“, Inhalte von AutoBild oder ComputerBild, aber auch Livestreams zu aktuellen Themen. Das Angebot soll den waipu-Kunden kein zusätzliches Geld kosten, wie der Branchendienst DWDL berichtet. Ob Freenet sich das Angebot hingegen etwas kosten lässt, wurde nicht bekannt.
Immer wieder gibt es Wirbel um die Bewegtbild-Inhalte der BILD-Zeitung, da die Berliner Medienaufsicht der Ansicht ist, BILD würde genehmigungspflichtigen Rundfunk anbieten, obwohl der Axel Springer-Verlag über keine gültige Sendelizenz hierfür verfüge. Zuletzt hatte das Berliner Oberverwaltungsgericht den Medienwächtern jedoch einen Korb gegeben und zugunsten von Axel Springer entschieden. Der Streit darüber, was genau unter dem Rechtsbegriff „Rundfunk“ zu verstehen ist, wird jedoch weitergehen.

UBS empfiehlt Freenet-Aktien zu halten
Die Schweizer Bank UBS hat sich in einer neuen Aktienanalyse die Papiere der Freenet AG vorgenommen. Die Empfehlung blieb mit „Halten“ und einem Kursziel von 17,- Euro jedoch unverändert. Während Analyst Polo Tang die derzeit immer teurer werdende 5G-Auktion im Aktienkurs von Freenet bereits eingepreist sieht, hätten vor allem Telefonica, United Internet und 1&1 Drillisch noch mit Unsicherheiten zu kämpfen. Sollte es durch 1&1 Drillisch tatsächlich bald ein viertes Mobilfunknetz in Deutschland geben, sieht Tang dies für Freenet positiv.

Nynomic: AR-Vorsitzender kauft eigene Aktien
Der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Wedeler Nynomic AG, Hans Wörmcke, hat in der vergangenen Woche ordentlich Aktien des eigenen Unternehmens erworben. Wie aus einer Director’s Dealing-Mitteilung hervorgeht, hat Wörmcke rund 4.920 Aktien zu je 19,20 Euro erworben. Das Gesamtvolumen lag damit bei knapp 95.000 Euro.
Wörmcke reagiert damit womöglich auch auf eine gewisse Enttäuschung am Markt nach den vorläufigen Jahreszahlen 2018. Viele Marktteilnehmer gaben sich angesichts des Ausblickes auf das neue Geschäftsjahr etwas verschnupft, während andere die Prognose jedoch als konservativ und vorsichtig lobten. In jedem Fall scheint die Unternehmensführung bei Nynomic auch weiterhin an einen steigenden Aktienkurs zu glauben und ist sich auch nicht zu schade, dafür eigenes Geld in die Hand zu nehmen. Dies darf man als Anleger durchaus positiv bewerten.


Ausblick auf die neue Woche
Am Donnerstag veröffentlicht die Edding AG ihren Geschäftsbericht für das Jahr 2018. Am selben Tag gibt das Drägerwerk zudem einen genaueren Einblick in die Geschäfte des ersten Quartals 2019.

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