Neues von der Regenbogen AG

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+ Veröffentlichung solider Q3-Zahlen
+ Youtube-Kanal: Wo kommen die vielen Aufrufe her?
+ Neues Camp am Wangermeer?

Die Regenbogen AG ist im Entry Standard-Segment der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet und deshalb nicht zur Veröffentlichung von Q1- und Q3-Berichten verpflichtet. Dennoch hat die Kieler Gesellschaft nun einen Kurzbericht zum dritten Quartal veröffentlicht. Die Zahlen sind solide – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Solide Q3-Zahlen
Angesichts des Super-Sommers hatten die Aktionäre der Regenbogen AG auf eine klare Umsatz- und Gewinnsteigerung gehofft. Was den Umsatz angeht, so konnte man im wichtigen dritten Quartal die Zahlen in der Tat um immerhin 2% steigern. Dass der Umsatz nicht stärker geklettert ist begründet das Unternehmen mit den Umbaumaßnahmen im Camp Tecklenburg. Diese hätte für einen Umsatzrückgang im Camp um rund 100.000 Euro geführt. Zum Beginn der Saison 2019 soll Tecklenburg jedoch endlich komplett fertig sein.

Leider sind jedoch neben den Umsätzen auch die Kosten gestiegen, und zwar um rund 6%. Dies lag dem Bericht zufolge vor allem an gestiegenen Reinigungskosten, Erstausstattungen für neue Mietobjekte und für Marketing. Zum Marketing kommen wir später im Bericht nocheinmal. Aus Aktionärssicht erfreulich ist immerhin die Kostenentwicklung beim Personal. So sind die Personalaufwendungen sogar um ein paar Tausend Euro gesunken gegenüber dem Vorjahr. Ein Fakt, der angesichts der angespannten Arbeitsmarktlage durchaus zu erstaunen vermag. Viele Unternehmen wären froh, könnten sie Ähnliches vermelden.

Unter dem Strich sind sowohl das EBIT als auch das Periodenergebnis auf dem Vorjahresniveau verharrt. Angesichts des starken Sommers werden sich einige Aktionäre zwar wohl noch etwas mehr versprochen haben, doch Grund zur Unzufriedenheit besteht aktuell wohl kaum. Nun muss noch abgewartet werden, wie sich das vierte Quartal entwickelt. Der Bericht spricht hier von einer guten Buchungssituation. Positiv zu bemerken ist noch, dass das neue und zudem sehr kleine Camp in Husum mit immerhin 0,1 Mio. Euro offenbar bereits nennenswerte Umsätze erzielt hat.

Wo kommen eigentlich die vielen Video-Aufrufe her?
Seit diesem Sommer besitzt die Regenbogen AG auch einen eigenen Youtube-Kanal. Darin wurden bisher 11 kleinere Werbespots für die Regenbogen AG veröffentlicht. Die Spots sind eher schlicht gehalten – eine klassische Low-Budget-Produktion wie sie für die Regenbogen AG angemessen erscheint. Auch wenn kein Urheber für die Spots genannt wird, darf man wohl davon ausgehen, dass die Spots von der Voßhall Marketing GmbH stammen, an welcher die Regenbogen AG selbst kräftig beteiligt ist. Die restlichen Anteile gehören im Übrigen den Söhnen von Regenbogen-Gründer und -CEO Rüdiger Voßhall.

Angesichts der schlichten Produktion ist es jedoch ganz erstaunlich, wie viele Klicks die einzelnen Videos bisher erhalten haben. So haben alle Videos mehrere Tausend Aufrufe zu verzeichnen. Ein erst vor drei Wochen veröffentlichter Spot kommt sogar auf rund 34.000 Aufrufe. Für diese kaum bekannten Werbespots eine schier unglaubliche Zahl. Via Social Media wurde offenbar keine große Werbetrommel für diese Videos gerührt. Zumindest konnte Der SH-Investor keine entsprechenden Einträge der Regenbogen AG, von Voßhall Marketing o.Ä. ausmachen.

Weiterhin auffällig ist, dass die Videos trotz der hohen Zahl an Aufrufen bisher kaum Bewertungen erhalten haben. Bei allen 11 Videos gibt es zusammengerechnet insgesamt nur 3 Bewertungen (1 Daumen hoch, 2 Daumen runter). Nun ist die Bewertungsfreudigkeit bei Werbung tatsächlich höchst unterschiedlich. Die Freenet AG kommt mit ihren Werbespots für FreeenetTV mal auf eine Bewertung pro 100 Aufrufe, mal aber auch nur auf 1 Bewertung pro 10.000 Aufrufe. Dennoch mutet es etwas komisch an, dass die Regenbogen-Spots trotz der rund 160.000 Aufrufe nur auf 3 Bewertungen kommen.

Der SH-Investor hat den Eindruck gewonnen, es handele sich womöglich um automatisierte Aufrufe, um gewisse Statistiken in die Höhe zu treiben. In den heutigen Such-Algorithmen ist es nicht unüblich, dass bestimmte Suchergebnisse auch anhand ihrer Beliebtheit oder anhand der Zahl der Aufrufe entsprechend höher oder auch niedriger gelistet werden. Insofern könnte es sich womöglich um einen Versuch handeln, durch – nennen wir sie – Aufrufe außerhalb der Reihe die Zahl der regulären Aufrufe in die Höhe zu treiben und so mehr potenzielle Kunden zu erreichen. Ein durchaus geschickter Schachzug der Marketingabteilung. Die tatsächliche Wirksamkeit dieser Maßnahmen kann jedoch vom SH-Investor kaum abgeschätzt werden.

Und ehe man es dieser Seite vorhält: Ja, Der SH-Investor hat es durchaus in Betracht gezogen, es handele sich bei den Aufrufen um reguläre Aufrufe von privaten Nutzern. Der SH-Investor hält dies zwar für durchaus möglich, in der Mehrzahl der Aufrufe jedoch für unwahrscheinlich. Die oben geäußerte Vermutung ist angesichts der starken Konkurrenz aus unserer Sicht ohnehin kaum verwerflich und entspricht wohl weitgehend dem heute üblichen Geschäftsgebahren.

Neues Camp am Wangermeer in Aussicht?
Zu Jahresbeginn veröffentlichte die Regenbogen AG eine ad hoc-Meldung bezüglich eines möglichen Kaufes der Insel im sogenannten Wangermeer. Offenbar war die Wilhelmshavener Zeitung auf entsprechende Informationen gestoßen und hatte bei der Regenbogen AG nachgefragt, worauf die ad hoc-Meldung folgen musste. Bei dem betreffenden Gelände handelt es sich um eine kleine Insel mitten im künstlich entstandenen Wangermeer im Norden Niedersachsens.

Wer bei beispielsweise Google Earth die Koordinaten 53°40’24 Nord und 7°55’15 Ost ansteuert, kann das Gelände – aktuell im Stand von 2011 – betrachten. In der Zwischenzeit machte das Wangermeer jedoch eher als Algenmeer Schlagzeilen. Inzwischen versucht man diese Probleme mit einem Mäh-Boot in den Griff zu bekommen. Fest steht in jedem Fall: Ein Camp mitten im Wangermeer könnte sich zu einer echten Sahne-Anlage der Regenbogen AG entwickeln.

Nun fällt auf: Die Regenbogen AG sucht aktuell auf ihrer Website nach neuem Personal, u.a. nach einem Ressort-Manager im Bereich „pre-opening“, wie auch nach einem Architekten oder Bau-Ingenieur. Das allein ist sicher kein Anlass, an ein Camp im Wangermeer zu glauben, doch die Spekulationen könnten damit weitere Nahrung erhalten. Den Regenbogen-Aktionären wäre ein Gelingen der entsprechenden Verhandlungen jedenfalls zu wünschen.


Quellen:
Kurzbericht zum Q3
Youtube-Kanal der Regenbogen AG
– Aktuelle Job-Angebote der Regenbogen AG

Hinweis gem. § 85 Abs. 1 WpHG, bzw. Art. 20 MAR:
Der Autor des Beitrages besitzt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Aktien der Regenbogen AG. Er plant zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Beitrags keinen Erwerb oder Verkauf von Anteilen der Regenbogen AG.

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