Schwaches erstes Quartal für Joh. Friedrich Behrens

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+ Leichter Umsatzrückgang
+ Mini-Gewinn unter dem Strich
+ Jahresprognose bestätigt

Am Freitag hat die Joh. Friedrich Behrens AG aus Ahrensburg ihre Zahlen für das abgelaufene erste Quartal veröffentlicht. Auch Behrens reiht sich dabei ein in die lange Liste von Unternehmen mit eher enttäuschenden Q1-Geschäftszahlen.

Umsatz um 2,5%, Ebit um 40% runter
So ist der Umsatz in den ersten drei Monaten des Jahres um rund 2,5% auf 31,2 Mio. Euro gesunken. Die Joh. Friedrich Behrens AG führt dies jedoch in einer Unternehmensmitteilung auf Vorzieheffekte im dem Vorjahr zurück. So hätten die Unternehmen im beginnenden Jahr 2018 offenbar zahlreiche Bestellungen in den ersten drei Monaten des Jahres getätigt, um Preiserhöhungen zu umgehen. Dieser Effekt macht sich im jetzigen Geschäftsjahr folgerichtig nachteilig bemerkbar. Die Joh. Friedrich Behrens AG betont jedoch auch, dass sich die Umsätze im laufenden zweiten Quartal bereits wieder deutlich erholt hätten.

Auch die Ergebniskennzahlen sind im ersten Quartal 2019 eingebrochen. Das Ebit sank um rund 40% auf 938.000 Euro. Das Vorsteuerergebnis ist mit Minus 91% sogar fast völlig eingegangen. Nach 739.000 Euro im Vorjahr stehen hier 2019 lediglich noch 63.000 Euro zubuche. Da hiervon noch die Ertragssteuern abgehen, bleibt unter dem Strich lediglich ein Quartalsergebnis in Höhe von 20.000 Euro übrig. Joh. Friedrich Behrens-CEO Tobias Fischer-Zernin hatte sein Unternehmen in einem Interview einmal als weitgehend unabhängig vom Konjunkturzyklus bezeichnet. Anleger werden sich daher womöglich mehr erhofft haben als die nun vorgelegten Zahlen zu liefern vermögen.

Sonderkosten dürften Jahresergebnis stark belasten
Zudem listet der Zwischenbericht für das erste Quartal 2019 noch einige Sonderkosten auf. So sind u.a. für das „Independent Business Review 2019“, sprich: für Beratungsdienstleistungen Einmalkosten in Höhe von 200.000 Euro angefallen. Ebenfalls in dem Betrag enthalten sind bereits erste Kosten für die Emission der neuen Unternehmensanleihe. Die Ausgaben für die Umtauschprämie und die eigentliche Emission werden dann voraussichtlich erst in den Zahlen zum zweiten und dritten Quartal zu erwarten sein. Diese Sonderkosten dürften das Periodenergebnis und wohl auch das gesamte Jahresergebnis ganz erheblich belasten. Insofern ist auch die vom Unternehmen aufrecht erhaltene Ergebnisprognose durchaus kritisch zu hinterfragen.

Darin heißt es u.a., dass die Joh. Friedrich Behrens AG nach wie vor mit einer Umsatzrendite in Höhe von „bis zu 1,0%“ rechnet. Bedenkt man die anstehenden Sonderkosten im Rahmen der Anleiheemission dürfte jedoch zu vermuten sein, dass die Unternehmensführung hier nicht zufällig von „bis zu“ spricht. Während man also nach oben eine Grenze einzieht, scheint nach unten hin alles offen zu sein. Der SH-Investor rechnet wegen der hohen Einmalkosten im Rahmen der Anleihenemission unter dem Strich jedenfalls nicht mit schwarzen Zahlen in 2019. Diese Sonderkosten wurden im Geschäftsbericht 2018 noch auf eine Höhe zwischen 0,5 und 1,0 Mio. Euro taxiert. Der Q1-Bericht nennt hierzu keine aktualisierten Zahlen.

Prognose wird bestätigt
Abseits der Ergebnisprognose sieht die Welt für die Joh. Friedrich Behrens AG jedoch schon wieder deutlich besser aus. Weiterhin wird hier ein Umsatzwachstum zwischen 1,5 und 3,0% prognostiziert. Die Ebit-Marge wird nach wie vor zwischen 2,5 und 4,0% erwartet. Da das Ebit jedoch lediglich den operativen Betrieb abbildet, sind die oben genanten Sonderkosten zur Anleiheemission hierbei noch nicht berücksichtigt.

Den gesamten Q1-Bericht können Sie HIER lesen!

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